Buchtipp

November 9, 2009 at 9:06 (Uncategorized)

Ich bin ja durchaus dafür bekannt Bücher zu verschlingen, dass ich aber einen 500+-Seiten-Roman an einem Stück durchlese kommt doch in letzter Zeit eher selten vor, dafür muss es schon packender Stoff sein.

Ende der 90er erwischte mich der Science-Thriller-Hype. Angetrieben durch Autoren wie John F. Case und John S. Marr mit ihren medizinischen Thrillern in denen Verrückte Wissenschaftler allerlei nette Krankheiten auf die Menschheit losließen und auch die doch teilweise sehr explizite Darstellung der Symptome konnten mich echt fesseln.

Nun ist ein anderer Autor in dieselbe Bresche gesprungen und hat es wieder geschafft, dieses Mal mit einer Prise Sci-Fi gewürzt.

Scott Sigler mit seinem Roman „Infiziert“.

Dass es in Amerika (und nicht nur dort) immer mal wieder zu Amokläufen kommt ist ja nun nix neues. Wenn allerdings eine parasitäre Infektion dazu führt, dass eine nette, 70jährige Großmutter erst ihren Sohn und dann sich selbst mit einem Steakmesser niedermetzelt, ist das schon besorgniserregender.
Nachdem sich die Fälle häufen und die Opfer der Infektion innerhalb von Stunden komplett verwest sind ruft das sogar CDC und CIA auf den Plan. Ist es ein terroristischer Anschlag, oder etwas viel gefährlicheres?

Der Roman strotzt nur so von Blut, nicht umsonst nennt Sigler die Podcasts in denen er seine Bücher kostenlos als Hörbuch zur Verfügung stellt „Bloodcasts“. Aber nicht nur die seeehr explizite Darstellung der gewalttaten sind es die dieses Buch zu einem echten Page-Turner machen, auch der sehr neckische Schreibstil und die Erzählweise.
Wir beobachten zwei Handlungsstränge, einmal das Ermittlerteam, das verzweifelt versucht herauszufinden was eigentlich vor sich geht und parallel einen infizierten, der immer mehr Symptome an sich feststellt und versucht die Invasoren nach und nach aus seinem Körper zu entfernen. Hier muss man teilweise schon echt schlucken und gerade für Männer sind einige Momente extrem unangenehm, ich sage nur Geflügelschere.

Packend geschrieben, geniale Geschichte auch wenn man die eigentlichen Bösewichter am Ende nicht unbedingt ernst nehmen kann.

Absolut empfehlenswert!

p.s. Band 2 „Virulent“ erscheint im januar, ist aber auf englisch „Contagious“ bereits erhältlich.

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